„Ich will euch wieder einsetzen, da ihr vorhin wohntet, und will euch mehr Gutes tun, denn je zuvor, und sollt erfahren, dass ich der Herr sei.“ Hes. 36,11.
Wenn andere Völker fallen, erheben sie sich nicht wieder, aber dem Bundesvolk bleibt eine Zukunft. Selbst auf dem Lande, das durch den Bund gegeben ist, ruht ein vererbter Segen, denn diese Worte gelten den „Bergen Israels.“
Mit Heuchlern und Formenmenschen kommt es zum Ende, aber wahre Kinder Gottes werden nach ihrem Fall wieder aufgerichtet, wie es Micha 7,8 heißt: Freue dich nicht, meine Feindin rc.“
Den Wiederaufgerichteten und Zurückgebrachten können größere Segnungen werden, als sie verloren haben. Der Text enthält eine große Verheißung. O, dass wir ihn empfinden möchten!
Wie Israels Land im Anfang von Milch und Honig troff, so war unser erster Zustand ein Zustand besonderen Reichtums.
Wir lesen von den „vorigen Wegen Davids“ (2 Chron. 17,3). Wir werden aufgefordert, die „ersten Werke“ zu tun. Off. Joh. 2,5.
Gewiss wird das der Fall sein, wenn der Herr seine Verheißung erfüllt, und das wird Er gewiss tun, wenn wir uns mehr zu Ihm halten.
Wir sollen mehr und mehr leuchten bis zum vollen Tage.
Das Wachstum in der Gnade führt viel Gutes mit sich.
Es muss in unserer Seele eine Rückkehr zu unserem früheren Zustand angestrebt werden und dann wird durch Gottes Tat eine Wiedereinsetzung geschehen. Wir müssen
Bewundere die Freigebigkeit unsres Gottes! Er verspricht, uns mehr Gutes zu tun, als je zuvor. Was kann Er mehr tun? Sieh' die Beständigkeit seiner Liebe wie Er an alten Einsetzungen festhält und zum verlornen Zustand zurück führt!
Beachte, mit welcher Zärtlichkeit Er sich bemüht, uns zu seiner Gemeinschaft zurückzuführen; Er zieht, Er lockt, und will uns durch seine große Liebe gewinnen.
Lasst uns in der Kraft des Heiligen Geistes zu Ihm zurückkehren!
Gottes Verfahren mit seinem Volk ist zuletzt am besten; es mag am Morgen viel Freundlichkeit und Barmherzigkeit erfahren haben, aber am Abend wird es noch mehr erfahren. „Ich will euch wieder einsetzen“ rc. Die Juden hatten den besten Wein zuletzt; Milch und Honig hatten sie vorher, aber das fette Mahl, das Mahl von reinem Wein, von Fett, vom Mark rc., wurde später gegeben: Christum und sein Evangelium erhielten sie zuletzt. Abraham hatte anfangs viele zeitliche Güter und später seinen Isaak. „Und der Herr segnete hernach Hiob mehr, denn vorhin.“ In seinen letzten Tagen sah Simeon Christum und hatte Ihn in seinen Armen. Wm. Greenhill.
Kein Beispiel von einem Fall kann schwerwiegender sein als der des Apostels Petrus, und doch war kein Aufstehen je zweifelloser. So lange dieses Beispiel im Evangelio steht, hat kein Verräter seines Herrn und Meisters das Recht, zu sagen: „Meiner Rückkehr ist jedes Tor der Hoffnung verschlossen!“ Die Schrift enthält verschiedene Beispiele, in denen gezeigt wird, dass auf beklagenswerte und schimpfliche Fehltritte des Volkes Gottes dessen Rückkehr und Wiedereinsetzung folgte. Zu öfteren Malen haben sich Gefallene, nachdem sie von dem Herrn gezüchtigt und aufgerichtet worden waren, durch Gottes Gnade zu hervorragenden Stellungen emporgeschwungen. David im Alten und Petrus im Neuen Testament stehen, obgleich sie die Schmach und den Schmerz des Falles veranschaulichen, da als Monumente der souveränen Gnade, die den Bußfertigen vergibt und ihren Herzen mitteilt den Frieden, der höher ist als alle Vernunft.' Leischild. Der ist in der Tat ein geschickter Arzt, der, wenn er einen Patienten hat, nicht nur die Krankheit beseitigt, sondern mit seiner Medizin zugleich tiefer liegende Übel, deren sich der Patient kaum bewusst war, heilt, so dass der Kranke nicht nur von seiner zu Tage getretenen Krankheit geheilt wird, sondern in Wirklichkeit gesunder wird, als er es vorher war. So wirkt die Medizin der Barmherzigkeit. So gnadenvoll verfährt Gott mit bußfertigen Sündern. Wer das als einen Grund betrachtet, weiter sündigen zu können, ist schlechter als ein Tier. Einem wahren Kinde Gottes tritt das Wasser in die Augen, wenn es solcher überschwänglichen Liebe gedenkt.